Karate Begrüßungszeremonie

„Karate beginnt mit Respekt und endet mit Respekt“

Keskei (Achtung – Bereitstellen)

Musubi-Dachi (Stellung)
Seiza (Sitzen)
Mokusō (Augen schließen – Meditation)
Mokusō Yame (Augen öffnen – Meditation beendet)
Shômen ni rei (Begrüßung des Dojos bzw. der Ahnen)

Sensei ni rei – Arigatou gozaimsu – Förmerlicher Gruß, Verbeugung an den Lehrer – Vielen Dank (an den Sensei oder Sempai)
Otagai ni rei – Arigatou gozaimsu – Förmerlicher Gruß zueinander – Vielen Dank (an die Mitschüler – Kōhai)

 

Der Gruß zur Vorderseite (des Dojos; Gruß an die Ahnen) und das Versprechen, dass das Dojo den höheren Werten und Tugenden des Weges gewidmet ist und sowohl nicht allein der physischen Übungen.

Man verbeugt sich beim Betreten und Verlassen des Dojos vor Kamiza (Ehrenplatz des Shômen), welches bevorzugt direkt gegenüber dem Eingang (Shimoza) liegt.

Alle Karatekas müssen sich gegenseitig Respekt zollen, denn ohne dies fehlt „der Weg der leeren Hand“ und das Karate-Do kann die Aufgaben nicht bewätigen. Das hohe Maß der (Selbst-) Disziplin ist somit unabdingbar.

 

Begrüßungsritual

Beim Betreten des Dojos verbeugt sich der Karateka.
Auf das Zeichen des Senseis oder Sempais stellen sich alle Karatekas in einer Reihe auf.
Die Ranghöchsten zuerst, die niedrigeren Gürtel folgen.
Nachdem sich der Lehrer (Sensei) abgekniet hat, folgen die Schüler ebenfalls in der Reihenfolge ihres Ranges.
Auf das Kommando „Mokusō“ schließen alle ihre Augen und konzentrieren sich.

Bei „Mokusō Yame“ öffnen alle wieder ihre Augen.
Es folgen die drei Verbeugungen oder dessen Versprechen:
Shômen ni rei – Sensei ni rei – Otagai ni rei

Jeweils mit einer Verbeugung als Bestätigung gegeüber dem Sensei. Nachdem der Lehrer aufgestanden ist, stehen die Schüler wieder in der Reihe ihres Ranges auf und bleiben an ihrem Platz stehen, bis zur Verbeugung auf das Kommando „Rei“ oder „Yame“.

Am Ende des Trainings wiederholt sich das Abknien nach den entsprechenden Rängen und „Dojo-Kun“ wird vorgetragen.

MokusoReiSeizaKarate – Karatestellungen

SenseiSempaiKōhaiShômenDojo-Kun

 

Dojo-Kun

  1. Sei bescheiden und höflich.
  2. Nimm Rücksicht auf deine körperliche Stärke, wenn du trainierst.
  3. Trainier ehrlich und mit Kreativität.
  4. Sei ruhig, aber schnell.
  5. Achte auf deine Gesundheit.
  6. Lebe ein einfaches Leben.
  7. Sei weder zu stolz noch zu bescheiden.
  8. Bleibe ruhig, was deine Fortschritte angeht.

 

Wichtig und nicht zu vergessen ist, das Ritual nicht nur auszuführen, sondern es aufmerksam und konzentriert zu verstehen, ohne jeglichen Unfug oder jegliche Torheit.

Der Impuls, der Übergang und der Fluss der Bewegung hat keinen Nutzen, wenn man ihren Sinn und Bedeutung nicht versteht kann oder will.

Kommt ein Schüler zu spät, begrüßt er den Dojo, setzt sich am Eingang des Dojo in Seiza und führt selbstständig Mokusō und Rei durch. Dann erhebt er sich, grüßt den Lehrer (Sensei oder Sempai) und nimmt seinen Platz in der Gruppe ein, nachdem sein Gruß erwidert wurde.

Im Dojo zeigt jeder eine einwandfreie körperliche und geistige Haltung – selbst wenn er erschöpft ist. Karate-Do kennt kein „sich gehen lassen“.

Jeder Karate-Schüler verhält sich in der Öffentlichkeit so, dass er dem Ansehen des Karate-Do keinen Schaden zufügt.

 

Shômen ni rei! (正面に礼)
Gruß zur Frontseite des Dojos. Das Shômen ist immer die Seite im Dojo an der das Kamidana (der Shintō-Schrein) angebracht ist zu welchem gegrüßt wird.

Sensei ni rei! (先生に礼)
Gruß zum Sensei (Lehrer). Die gängige Art ist aber auch in Japan, das man hauptsächlich zu demjenigen grüßt der da vorne sitzt.

Ein Schwarzgurt, wenn er keinen besonderen Titel trägt, immer mit „Sensei“ angegrüßt wird.

Otagai ni rei! (お互いに礼)
„Otagai“ bedeutet „zueinander“. Es ist der Gruß zueinander, d. h. der Sensei grüßt seine Schüler, die Schüler den Sensei und die Schüler sich untereinander.

Onegai Shimasu! (お願いします)
Wird immer im „Sensei ni rei“-Gruß ausgesprochen. Bedeutung: „Ich bitte um Ihre Hilfe!“ Die Karate-Schüler bitten ihren Sensei um Hilfe.

Arigatou gozaimasu! (ありがとうございます)
Auf japanisch: „Vielen Dank!“ Höffliche Karatekas immer bedanken ihren Seinsei für seine Hilfe mit „Arigatou gozaimasu!“. Dies wird auch beim Trainingsschluss ausgesprochen.

Hai! (はい。)
Auf japanisch: „Ja!“. Soll immer von Karate-Schüler verwendet werden, wenn Sensei nach einer Erklärung fragt ob die Schüler alles verstanden haben. Die Schüler beantworten immer mit „Hai, Sensei!„.

Oss / Uss usw. stop
Der Aufruf „Oss!“ (oder „Uss…„) wird in vielen japanischen Karate-Schulen verwendet. Dieser Begriff hat viele Bedeutungen und kam von den japanischen Karate-Studentenclubs, wo Lehrer und Schüler oft im gleichen Alter waren und studierten an der gleichen Universität. Da wird „Oss!“ als Begrüßung und als „Vielen Dank“ verwendet.  Okinawanische Karate-Meister glauben, dass dieser Ausdruck nicht höflich genug ist, da die Lehrer auf Okinawa fast immer  viel älter als ihre Schüler waren. Auf Okinawa verwenden Karate-Schüler statt „Oss!“ mehr höffliche Ausdrücke wie z.B. „Onegai Shimasu!“  und „Arigatou gozaimasu!„.

Ergänzung: einen guten Artikel über den Aufruf „Oss!“ kann man auf der Webseite Karate by Jesse lesen (in Englisch).

Hier findet man den Artikel auf Deutsch (mit Google übersetzt): Karate by Jesse: The meaning of „Osu!“

Traditionelles okinawanisches Goju-Ryu Karate-Do für Kinder und Erwachsene